Ioannis Moraitis | Der deutsche Immobilienmarkt im internationalen Vergleich

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Viele Deutsche haben das Gefühl, dass die Miet- und Kaufpreise vor allem in den Großstädten viel zu teuer sind. Doch im internationalen Vergleich, so Ioannis Moraitis, ist der deutsche Immobilienmarkt gar nicht so schlecht aufgestellt. „Wir befinden uns im Mittelfeld“, berichtet der Immobilienexperte aus Berlin und spricht damit den Anstieg der Kosten an.

„Fakt ist“, so Ioannis Moraitis weiter, „dass die Mieten in den letzten Jahren schneller gestiegen sind als die Kaufpreise.“
Aber auch in diesem Punkt gibt Ioannis Moraitis Entwarnung und spricht Neuseeland, sowie Kanada im Kontext an. Dort steigen die Kaufpreise für Wohneigentum um 80 Prozent schneller als die Mieten. „Von einer derartigen Tendenz sind wir in Deutschland selbst in den
Hotspots Berlin, München und Hamburg sowie Stuttgart weit entfernt.“ Ist also alles gar nicht so dramatisch? Wo steht der deutsche Immobilienmarkt heute und in welche Richtung wird die Reise gehen?

Corona-Pandemie beeinflusst die Preisentwicklung auf dem Immobilienmarkt

Schon im Jahr 2018 hat Ioannis Moraitis darüber gesprochen, dass die Miet- und Kaufpreise perspektivisch langsamer steigen und eine harmonische Tendenz erzielen werden. „Von Harmonie ist aktuell nichts zu spüren, was aber an den Begleitumständen der Corona-Krise liegt“, merkt Ioannis Moraitis an. „Die globale Krise hat den Immobilienmarkt beeinflusst und dazu geführt, dass weniger Menschen kaufen. Dem gegenüber steht die große Anzahl an Verkäufen, durch die sich nicht krisenfeste Eigentümer finanzielle Liquidität und Sicherheit schaffen möchten. Diese Auswirkung betrifft nicht nur Deutschland, sondern ist global zu beobachten“, sagt Ioannis Moraitis.

Ein Grund für nicht wirklich überlegte Schnellverkäufe unter dem Marktwert ist die aktuelle Einkommensstagnierung. Viele Finanznehmer sind auf Kurzarbeit und wissen nicht, ob ihr Job nach der Krise noch sicher – oder überhaupt noch vorhanden ist. „Das macht natürlich Angst“, meint Ioannis Moraitis und sieht in der Zukunftssorge den Grund für die, wie er meint, vorübergehende
Veränderung auf dem Immobilienmarkt.

In Deutschland ist die Gefahr einer Blasenbildung sehr niedrig

Schwierige Zeiten führen zu tiefgreifenden Überlegungen und Zukunftsängsten. Doch die gefürchtete Immobilienblase wird ausbleiben, denkt Ioannis Moraitis und beruft sich in seiner Aussage auf seine mehr als 15-jährige Markterfahrung und auf aktuelle Beobachtungen. Immobilienkredite sind derzeit so günstig wie nie, was potenzielle Käufer zur Handlung motivieren sollte.

Corona und die Auswirkung auf die Kaufpreise

Durch die aktuelle Krise besteht die Möglichkeit, Wohneigentum günstiger und unkomplizierter zu erwerben und so für eine Absicherung des Lebensabends zu sorgen. „Allerdings“, so der Experte Ioannis Moraitis, „lohnt sich das sprichwörtliche Abwarten und Teetrinken im Bezug auf einen Preissturz nicht. Wenn es einen Einbruch der Kaufpreise gibt, wird dieser nur von kurzer Dauer und nur in infrastrukturell schwierigen Regionen auftreten.“

Diese Tendenz ist in Deutschland und auf internationalem Sektor zu beobachten. Ein vorübergehender Preiseinbruch ist nur eine Folgeerscheinung der Sorge und laut Ioannis Moraitis keine tendenzielle Entwicklung auf dem Immobilienmarkt.

In den letzten Jahren hat sich der Wunsch nach Eigentum auch in Deutschland verstärkt. Viele Familien haben gekauft und sich so vor dem Anstieg der Mietkosten und den zwangsweigerlichen Nebenwirkungen geschützt. Deutschland steht im internationalen Vergleich gar nicht schlecht dar, sondern präsentiert einen vergleichsweise harmonischen Immobilienmarkt.